Frugalismus – was ist das?

Frugalismus bedeutet mit weniger leben, wenig ausgeben (egal bei welchem Einkommen), dafür aber glücklich leben. Das ist der Grundsatz und die Ideologie, nach dem Frugalisten leben. Warum der Frugale-Lifestyle die nächsten Jahre immer mehr an Bedeutung gewinnen wird und warum auch du heute noch damit anfangen solltest.. Frugalismus

Frugalismus kommt vom lateinischen „frugalis“ und bedeutet tugendhaft. Das bezieht sich auf diejenigen, die sich mit einfachen Nahrungsmitteln und weniger Dingen zufrieden geben. Diese Menschen verzichten auf das neuste Smartphone, endlos viele Sneakers im Schrank oder essen in teuren Restaurants. Das ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem düsteren und unerfüllten Leben. Im Gegenteil, Ziel ist es, besser organisiert und finanziell unabhängig zu sein und ein besseres Leben zu führen.

Was ist Frugalismus genau?

Die Frugalismus-Bewegung begann in den Vereinigten Staaten und steht für eine Abkehr vom übermäßigen Konsum durch die Führung eines einfachen Lebens. In Europa, insbesondere in Deutschland, hat diese Bewegung große Aufmerksamkeit erregt.

Ihre Anhänger bestehen weder aus weltfremden Eremiten, Hippies oder Überlebenskünstlern, sondern aus Menschen, die einfach auf überflüssigen Konsum verzichten wollen.

In einer stark vernetzten Welt soll auf diese Wiese der Verschlechterung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz entgegengewirkt werden.

Sie befürworten die Suche nach einer bestimmten sozialen Ökologie, dass heißt, die Schaffung einer moralischen, dezentralisierten und durch die Vernunft geleiteten Gesellschaft.

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Die Tatsache, dass wir bisher nicht viel darüber gehört haben, ist teilweise darauf zurückzuführen, dass es für den Frugalismus kein eindeutiges Manifest gibt, das diese Lebensweise beschreibt. Es liegt auch daran, dass viele von ihnen ihren Lebensstil nicht über die Medien teilen, wodurch dieser Trend bei uns weitgehend unbemerkt blieb.

Popularität durch Mr Money Mustache

Pete Adeney
Foto: Pete Adeney besser bekannt als Mr Money Mustache

Frugalismus erlangte eine größere Bekanntheit durch diverse TV-Beiträge über den in Colorado lebenden Kanadier Pete Adeney. Der Software-Ingenieur aus Colorado kündigte mit 30 Jahren seinen gut bezahlten Job und ging anschließend in den Ruhestand. Auf seinem Kult-Blog „Mr. Money Mustache„, erklärt er interessierten Menschen, wie man durch Frugalismus zur inneren Zufriedenheit findet. Es geht gezielten Verzicht und finanzielle Intelligenz.

In den Staaten sind viele Menschen hoffnungslos überschuldet und arbeiten 2/3 ihres Lebens Schulden ab. Auch Mr Money Mustache Pete steckte in diesem Hamsterrad.

Möglich machte dies ein einfacherer Lebensstil. Auto statt Fahrrad, statt Supermarkt selbst Anbau, statt Konsumgüter Geld sparen. Natürlich gibt es unzählige weitere Einsparmöglichkeiten, die Mr Money Mustache und seine Anhänger nutzen, um Geld zu sparen.

Durch diesen Verzicht konnte er früher seine Schulden früher als viele andere abarbeiten. Es gelang ihm sogar, genügend Geld zur Seite legen. Im zarten Alter von 30 Jahren ging er dann in die Frührente.

Seit dem ist Pete Adeney sowas wie der Guru des Frugalismus und berichtet in regelmäßigen Abständen über sein Leben als Frugalist.

Finanzielle Unabhängigkeit für ein besseres Leben

Was steckt hinter diesem Lebensstil?

Es geht darum, weniger zu arbeiten, um in einem selbstgewählten Tempo ein besseres Leben führen zu können. Das dieses oft mit finanziellen Einbußen verbunden ist, liegt auf der Hand. Frugalismus bedeutet:

  • Weniger Geld für Konsum ausgeben
  • Mehr sparen
  • Finanzielle Unabhängigkeit

Eine Lebensphilosophie, die sich gegen Kapitalismus und Konsumverhalten wendet, ist nichts Neues. Bereits in den 1990er Jahren beschrieb der französische Soziologe Alain Ehrenberg in seinem Buch „Das erschöpfte Selbst“ (Paris 1998, dt. 2004) über die seuchenartige Ausbreitung depressiver Krankheiten durch eine Konsum-orientierte Lebensweise.

Ehrenberg kommt zu dem Schluss, dass die Menschen durch Genügsamkeit ein Leben nach eigenen Prinzipien führen könnten. Frugalisten verzichten auf alles Überflüssige und Bequeme, um diesem Sinnstreben gerecht zu werden.

Die Gründe für die Annahme dieser Lebensweise sind vielfältig und variieren je nach Person. Diese könnten sein:

  1. Persönlich (Gesundheit, Wohlbefinden, Work-Life-Balance)
  2. Ökologisch
  3. Finanziell
  4. Politisch

Das einfache Leben wählen

In einer Gesellschaft, in der Erfolg im Leben durch den finanziellen Erfolg gemessen wird, ist ein genügsamer Lebensstil größtenteils nur für die obere Schicht erreichbar.

In den meisten Fällen können nur die Menschen weniger ausgeben, die eine Wahl haben. Menschen, die entscheiden können, ob sie ihr Mittagessen in einem Restaurant einnehmen oder ein mitgebrachtes Brot auf der Arbeit verzehren wollen.

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Beim Frugalismus konzentrieren sich die Menschen auf das, was sie brauchen, nicht auf das, was sie wollen oder zu wollen glauben. Dies ist der schwierigste Teil, da wir von geschickten Verkäufern schnell davon überzeugt werden können, dass wir etwas brauchen. Der Bedarf an Dingen wird künstlich erzeugt. Fitness Tracker, Smartwatch und ränderlose Displays im Smartphone. Es wird das Gefühl vermittelt etwas haben zu müssen. Die Masse lässt sich darauf ein und kaufen was das Zeug hält. Man will ja seinem Nachbar oder Arbeitskollegen in nichts nachstehen.

Die Idee ist nicht, geizig zu sein, sondern darüber nachzudenken, wie wir Geld ausgeben. Es geht darum, kreativer zu werden und bei unseren Investitionen kluge Entscheidungen zu treffen oder zumindest das Geld sinnvoll anlegen.

Was bringt ein frugalistischer Lebensstil?

Warum bemühen sich Frugalisten so sehr, unter ihren eigenen Möglichkeiten zu leben? Die existenziellen Ängste, die mit Geld verbunden sind, befreien und einen gesünderen Lebensstil führen wollen. Vielleicht auch, um ohne die Angst zu leben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder ungesunden Stresslevels zu erliegen, die zu Burnout führen können.

Um erfolgreich unter ihren finanziellen Möglichkeiten zu leben, versuchen Frugalisten:

  • Die monatlichen Ausgaben zu reduzieren.
  • So viel wie möglich zu sparen.
  • Ihre Ersparnisse zu investieren (Finanz-, Börsen- oder Immobilieninvestitionen).
  • Einen neuen, autonomen Lebensstil zu kreieren.

Frugalismus Tipps – Gut leben durch eine flexible Lebensweise

Das Konzept des Frugalismus berücksichtigt auch unterschiedliche Realitäten. Die folgenden Frugalismus Tipps und Trends werden zurzeit angewendet.

Neo-Genügsamkeit

Dies erinnert an diejenigen Menschen, die in ihren Zwanziger-Jahren sind und oft noch zu Hause leben. In einem schwierigen finanziellen Umfeld konzentrieren sie sich mehr auf das, was sie brauchen, als auf das, was sie wollen. Ihre Kaufmuster sind weniger impulsiv und mehr auf Wert und Qualität ausgerichtet.

Frühe Rente

Dies gilt für Personen in den Dreißiger- oder frühen Vierziger-Jahren, die sich entschieden haben, ihre berufliche Arbeit einzustellen.

Das geschieht nicht spontan. Das Umdenken der Menschnen findet statt, nachdem sie am Anfang ihrer beruflichen Karriere Spar- und Investitionspläne erstellt haben.

Durch gründliche Organisation und unerschütterliche Entschlossenheit dieser Menschen wird es möglich, sich frühzeitig aus dem Berufsleben zurückziehen zu können. Meistens wenden sie sich dann einer freiwilligen Tätigkeit oder einem Ehrenamt zu. Das bietet ihnen bessere Möglichkeiten, persönlichen Ziele zu erreichen.

Langsames Leben

Zu den Frugalismus Tipps gehört auch der Trend zur Langsamkeit (Slow Food, Slow Fashion usw.). Frugalisten zeigen eine Bereitschaft zur Verlangsamung des Lebens, um letztlich erfolgreicher zu sein.

Ein langsamen Lebens bedeutet, sie haben den schnellen Rhythmus ihres früheren Lebensstils abgelegt und sind zu einem authentischeren Leben zurückgekehrt.

Was ist der Sinn des Ganzen?

Für Frugalisten ist es wichtig, wenig Stress zu spüren und die Tyrannei der Zeit abzuschütteln. Sie wollen sich wieder auf die Wünsche konzentrieren und nach und nach das Vertrauen in Ihre Fähigkeiten zurückzugewinnen. Dies bedeutet auch, sich für den Kontakt mit der Natur zu entscheiden, hausgemachte Produkte herzustellen und eigene Projekte durchzuführen. Ein Beispiel dafür ist es, sich einen persönlichen Gemüsegarten  anzulegen, um sich selbst zu versorgen zu können.

Welchen Einfluss hat Frugalismus auf unsere Gesellschaft?

Frugalisten werden oft beschuldigt, das System ausgenutzt zu haben. Kritiker argumentieren, dass sie von einer Ausbildung profitiert und einen Beruf erlernt haben, sich dann aber weigern, etwas zurückzugeben und Steuern zu zahlen.

Skeptiker warnen vor der Gefahr, Armut zu romantisieren. Es ist sehr wichtig, Genügsamkeit nicht mit der Befürwortung von Armut zu verwechseln. Urlaub und Konsumgüter nicht in Anspruch zu nehmen, weil wir nicht sicher sind, wie wir unsere nächste Mahlzeit oder Miete bezahlen, ist alles andere als inspirierend.

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Frugalisten sind in der Tat ein Mehrwert für die Gesellschaft. Durch Investitionen in Immobilien oder Aktien fließt das Geld wieder in den Kreislauf zurück. Der Umgang mit Geld ist identisch mit dem, wie Millionäre oder Millardäre leben, halt nur im kleineren Rahmen.

Als Frugalist führt man ein umweltbewussteres Leben. Die aktuelle Lage zeigt, dass wir unser Verhalten ändern müssen und Frugalismus wird immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Der Frugalismus Trend lässt uns einen Moment Zeit, um über die Qualität der in der heutigen Gesellschaft angebotenen Berufswege nachzudenken . Warum denken 25-Jährige, dass sie mit 40 aufhören wollen zu arbeiten? Dies ist eine Gelegenheit, unsere Lebensweise, unsere Einkäufe und unsere Konsumgewohnheiten sowie unser Verhältnis zur Arbeit zu untersuchen. In vielen Blogs gibt es Frugalismus Tipps, wie wir mit unserem Geld umgehen und unsere Konsumgewohnheiten ändern können.

Foto: KAL VISUALS on Unsplash

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